View Sidebar

Systemische Therapie

Das Paradigma der Familie als Behandlungseinheit wurde in Frage gestellt, andere erkenntnistheoretisch und klinisch relevante Theorien wurden gesucht. Die Bezeichnung „systemisch“ kennzeichnete eine neu gefundene Identität, in die vielfältige Konzepte einflossen:

Das Mailänder Modell regte zur Technik des zirkulären Fragens an; das theoretische Konzept der Biologen Maturanah und Varela (Autopoiesen) forderte viele Therapeuten heraus, anders zu denken und neue klinische Methoden zu entwickeln.

Gedanken der Kybernetik 2. Ordnung schienen für therapeutische Systeme hilfreiche Erklärungen zu liefern. Soziale Phänomene als eigentlicher Gegenstand der Therapie gewannen auch in der Theoriebildung an Einfluß: Sinn, Sprache, Dialog und Bedeutung; der sozialen Konstruktion von Wirklichkeit (Konstruktivismus) wurde nun viel Raum gegeben. Systemisch Denken heißt, Systeme als kommunikative Konstrukte zu betrachten (Ludewig). Innerhalb dieses Verständnisses besteht zurzeit eine breite Methoden- wie auch Theorienvielfalt (Kurztherapie, lösungsorientierte Therapie, narrativer Ansatz (Systemaufstellungen)).