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Körperpsychotherapie

Körperarbeit
Unser Körper bestimmt, was wir brauchen und wohin wir gehen. Was uns guttut und was wir fühlen. Ob wir voller Vitalität, Antrieb und Lebensfreude sind – oder nicht. Unser Körper ist der Raum, in dem unser „Ich“, unsere Persönlichkeit lebt. Ein Teil unserer Probleme wurzelt darin, dass wir den guten Kontakt mit unserem Körper verloren haben. Wir haben uns daran gewöhnt, mit einengenden Atemmustern und Verspannungen zu leben, die uns auf ein bestimmtes Erleben festlegen. Oder wir versuchen, unseren Körper zu beherrschen, zu ignorieren oder wie eine Maschine zu benutzen.

Körpersignale
ein Sammelbegriff aus der Analytischen Körperpsychotherapie für körperliche Empfindungen und Wahrnehmungen, und zwar in zweierlei Hinsicht: Der Klient wird in der analytischen Körperpsychotherapie schrittweise für sein körperliches Selbsterleben sensibilisiert. Dabei werden körperliche Empfindungen, die ihm vorher, oftmals schmerz- und angstbesetzt, fremd gegenüberstanden, schrittweise in sein Selbstverständnis integriert. Insofern werden körperliche Empfindungen als körpersprachliche Signale verstanden und für die psychotherapeutische Selbstklärung des Klienten nutzbar gemacht. Der Therapeut gewinnt in der Beobachtung des Klienten (Verhalten, körperlicher Ausdruck) diagnostische und den psychotherapeutischen Prozeß des jeweiligen Klienten betreffende Informationen. Die körperorientierte Methodik im Rahmen eines tiefenpsychologischen Verständnisses betont die Bedeutung der therapeutischen Beziehung. Die analytische Körperpsychotherapie geht in Übereinstimmung mit der modernen Säuglingsforschung (Stern, Dornes) von der Grundannahme aus, dass Defizite der präverbalen Phase der frühen Kindheit in einer vorsprachlichen, körpernahen Form kodifiziert und persönlichkeitsstrukturell verankert werden. Diese frühen Regulationsdefizite verschwinden nicht, sondern sind ein Leben lang wirksam. Sie können vom Klienten primär nicht sprachlich bewältigt werden, sie sind jedoch grundsätzlich in Form von Körpersignalen erfassbar und so der schrittweisen psychotherapeutischen Offenlegung und Verbalisierung zugänglich.

Korrigierende Erfahrung zur Umwelt durch die Brücke der Sinne, Beziehung zu Raum und Zeit und Beziehung zu anderen Personen (Handlungsdialog). Bei späteren Entwicklungsstörungen sind die Wahrnehmungsangebote ebenfalls indiziert, weil durch Handlungen und damit verbundenen Erfahrungen Nachreifungsprozesse von Körperschema/Körperbild in Gang gesetzt und Fixierungen aufgelöst werden.

Die Bindungstheorie (D. Stern, Bowlby, Ainsworth) kann als eine Theorie zwischenmenschlicher Beziehungen verstanden werden, die empirische Überprüfung zeigte: dass Trennungsangst entsteht, wenn „Bindungsverhalten“ in der Person aktiviert wird, dieses aber zu keinem „Erfolg“ führt. Auch Kleinkinder zeigen in der Folge Trauerreaktionen, wie sie bei Erwachsenen vorkommen:

  1. Betäubung,
  2. Sehnsucht und Protest,
  3. Desorganisation und Verzweiflung und
  4. Reorganisation. Dabei wurden drei Bindungsqualitäten erkannt.

a) sicher gebunden,
b) unsicher-vermeidend, und
c) unsicher-ambivalent oder ängstlich.
d) Zusätzlich kann Desorganisation/Desorientiertheit vorkommen. Die Bedeutung der Bindungsforschung im therapeutischen Prozeß liegt im Erkennen von Risiken perpetuierter, unsicherer und desorganisierter/desorientierter Bindungsmuster.